Isabelle Muehlbacher (P)

Isabelle Muehlbacher
“obstrukt - abstrakt“
Skulptur / Graphik
Vernissage: Donnerstag, 10. Juni 2010, 19:00 - 21:00 h
Eröffnung: Mag. Karin Dupuy

Anlässlich der Ausstellung erscheint ein Buch “obstruct – abstrakt“ Vorzugsausgabe: Originalgraphik, 60 Exemplare

11. Juni bis 16. Juli 2010 Di. – Fr. 11:00 – 18:00 Uhr
sowie nach telefonischer Vereinbarung
1060 Wien, Barnabitengasse 6
++43 (0)1 587 99 34 andreas.stalzer@utanet.at www.stalzer–gallery.com

Isabelle Muehlbacher hat den Titel des vorliegenden Katalogs, der ihr Kunstschaffen dokumentiert, sehr bewusst gewählt.

Gegenstandslose Kunst stellt nicht selten auch eine Behinderung für einen aufmerksamen Betrachter dar. Denn Abstraktion ist die Herausforderung, Eigenverantwortlichkeit gegenüber der eigenen Empfindsam- und Befindlichkeit zu übernehmen. Es ist nicht überraschend, dass alle ihre Arbeiten in engem Kontakt zur Natur stehen und im psychischen Sinn von Natürlichkeit getragen sind. Ihre Arbeiten gebären1 sich aus sich selbst. Gleich einer Hebamme2 ist sie die physische Realität, die tief verwurzelte Zusammenhänge an das Licht hebt.
In unvoreingenommenem Einverständnis ist Isabelle Muehlbacher nicht selten, als erste von ihrer Kunst überrascht. Von Rückschlägen und Herausforderung lässt sie sich tragen und ist bis zuletzt bereit, sich selbstlos ihr eigenes Wollen nicht dem Entstehungsprozess in Widerspruch zu stellen. Wir begegnen in ihren Arbeiten einer kompromisslosen – aller nährenden und gebärenden Urmutter. In einer Arbeit mit dem Titel „für L.B.“ eine Hommage an Louise Bourgeois bezeugt Isabelle Mühlbacher ihren Instinkt, dass eigene Größe in Bezug auf Liebe eine obstrukte Größe ist.

1gebären und zeugen Nach dem gegenwertigen Gebrauche wird gebären von der Mutter gesagt, den Vater wird das Zeugen beigelegt. Dieser eigentliche Gebrauch hat auf den uneigentlichen einen unverkennbaren Einfluss. Denn in diesem heißt erzeugen, etwas durch Vorbereitungen, Fleiß und Kunst hervorbringen. Jede Kunst hat ihre eigentümlichen Erzeugnisse, gebären aber heißt, unwillkürlich durch Naturnotwendigkeit darstellen, was schon unsichtbar da war. Auszug: „Johann August Eberhards synonymisches Handwörterbuch der deutschen Sprache 1910“
Isabelle Muehlbacher: 1Als Erörterung zeigt es sowohl willkürliche als unwillkürliche Bewegung an, sowohl solche, die der Ausdruck des Inneren, der Gedanken, Empfindungen, der Neigung, oder Abneigung sind, wie solche, die es nicht sind.

2Ich werde es eine Verschmelzung von wahrnehmender Wiederkehr und noch nicht-Seienden, das einen Horizont gebiert, nennen. Auszug:“Hermeneutische Wege Hans Georg Gadamer zum Hundertsten“