Katarina Schmidl

Presseinformation: Ausstellung „Stammgäste“



Katarina Schmidl



www.katarinaschmidl.net



Eröffnung: 7. November 2007, 19 Uhr;
Dauer: 8. – 27. November 2007

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Unter dem Titel „Stammgäste“ zeigt die Künstlerin Katarina Schmidl in der Galerie Edition Stalzer neben der Serie „Frequenters“ (siehe Text von Nadja Gnamuš, unten) neue Plastiken sowie eine Siebdruck-Edition. Die Ausstellung wird am 7. November um 19 Uhr eröffnet und dauert bis zum 27. November 2007.

Die Projekte von Katarina Schmidl behandeln meist Themen über längere Zeit. So entstehen ganze Werkgruppen oder Serien. Das Thema bestimmt das Material. Das Material wird speziell gewählt und entwickelt.
Ausgangspunkte für die in der Ausstellung „Stammgäste“ gezeigten Werke waren der menschliche Kopf, sowie verschiedene Organe des menschlichen und tierischen Körpers. Es wurde nicht anatomisch nachgebildet, es geht vielmehr um Montage, Demontage und Manipulation von bekannten Formen und Strukturen. Hergestellt wurden die Plastiken aus Einkaufstragtaschen, Müllsäcken, diversen Folien, Schläuchen. Unter Einwirkung von Hitze (Heißluftgebäse) werden die Materialien miteinander verschweißt und verschmolzen.

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Nadja Gnamuš, Ljubljana, 2006:

Das Schaffen von Katarina Schmidl wird von einer dialektischen Einstellung gegenüber der Behandlung von Medienausdrücken geprägt, welche durch die Art der Materialverwendung hergestellt wird. Die ‚„Frequenters“, angefertigt aus Folien, Polyethylen, Schaumstoff und verschiedenen vorgefundenen alltäglichen Materialien wie Einkaufs- oder Müllbeuteln, erwecken trotz der bildhauerischen Modellierung durch Einbeziehung der Materialien mit Farbinterventionen den Eindruck von „pop-artistischen“ Bildfeldern, die nach der Logik der (De)Kollage entstanden sind.
Aus der urbanen Kultur herausgerissene Verbrauchselemente werden vereint und in ein neues, bildnerisches Feld einbettet. Weggeworfenen, minderwertigen, zusammengeknüllten, eigentlich formlosen Materialien wird eine neue Form gegeben. Der in seiner entkörperten Lage einfach am Boden liegende Kopf wirkt mehr als Objekt. Mumienhaft eingehüllt in die Bandagen der Pop-Kultur, die ihre Haut bilden, ist der Kopf jene Stelle, auf die alles fallen kann, und als solche das psychologische Profil des modernen Menschen. Am Rande des Humorvollen und Weggeworfenen, Geistreichen und Unangenehmen weist er auf die zweideutige Stellung unserer Eigendefinition hin.

SCHMIDL Katarina •