Thomas Redl

Ausstellung „Spätzeit“, Thomas Redl
Rauminstallation mit Bodenobjekt, Text und Video

Zur Ausstellung erscheint ein Multiple und ein Siebdruck Weiters wird ein Musikstück von Robert Stiegler – Duo für 2 Violinen Fassung „Spätzeit“ mit Sprecher und Gesang – uraufgeführt

Galerie Edition Stalzer, Wien

Eröffnung: Mittwoch, 23. Jänner 2008 19:00 Uhr Ausstellungsdauer: 24. Jänner bis 24. Februar 2008 Uraufführung des Musikstückes: Donnerstag, 31. Jänner 2008

Die Installation Spätzeit von Thomas Redl arbeitet mit der gegebenen architektonischen Situation der Galerie, ein l-förmiger Raum, dessen Längsseite sich zur Straße öffnet. Das zentrale Element der Ausstellung ist ein raumfassendes Objekt: Ein Becken aus Stahlblech gefüllt mit dunklem Wasser und davor ein Boden aus Stahlblechplatten. Die Stahlblechplatten sind nahtlos zum Becken und somit wird Becken und Bodenplatten ein Element.
Dieses Element ist in die Längsachse des Ausstellungsraumes gestellt und füllt diesen Teil zur Gänze aus.

Im dunklem Wasserbecken spiegelt sich von der Wand ein Text – es ist ein Auszug aus dem Text „Spätzeit“ von Thomas Redl, der Paul Celan gewidmet ist – dieser Text ist mittels Siebdruck an der Wand realisiert und ist spiegelverkehrt, das heißt man kann ihn nur in der Spiegelung im Wasser lesen. Gegenüber dem Wasserbecken ist der Text „Spätzeit“ in vollständiger Länge. Auf der anderen Galeriewand sieht man raumfüllend ein Video. Im Video sieht man eine leere Landschaft, der Bildausschnitt besteht aus Landschaft und Himmel. Diese Landschaft ist eine Stunde lang in der Dämmerung aufgenommen – die einzige Handlung ist die Veränderung der Lichtverhältnisse und damit wird Zeit sichtbar.

Der Betrachter ist in die Rauminstallation mit einbezogen. Je nach seiner Position sieht er andere Spiegelungen im Wasser. Der zentrale Punkt der Betrachtung ist jedoch der Moment wo man in der Spegelung des Wassers den Wandtext vollständig lesen kann. Durch Schritte auf dem Stahlblechboden entstehen auf dem Wasser kleine Wellen, wodurch die Spiegelung irritiert wird. Kommt der Betrachter „zur Ruhe“, beruhigt sich auch die Wasseroberfläche und die Spiegelung des Textes wird klar lesbar.
Die Oberfläche des Wassers ist wie ein dunkler Spiegel. Das Element des „dunklen Wassers“ steht auch für das Unbewusste und Undurchdringliche.


Zur Ausstellung erscheint eine Textedition mit dem Titel Spätzeit von Thomas Redl, Auflage 30 Stück und eine Multiplebox mit der Textedition, Stahlblechplatte, S/W Fotoabzug vom Videostandbild, DVD vom Video, CD vom Musikstück, Auflage 10 Stück.

Beides herausgegeben von der Galerie Edition Stalzer

REDL Thomas •